Samuel ist 72 und trinkt seinen Kaffee noch am Küchentisch, wenn die meisten anderen schon im Büro sitzen. Auf seinem Tablet hat er die Schrift eine Stufe größer gestellt – „das kann jeder für sich einstellen“, hat ihm sein Enkel erklärt.
Oben auf der Startseite steht der Tagesvers, die Referenz ausgeschrieben und die Übersetzung genannt: „Meine Hilfe kommt von dem HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.“ (Psalm 121,2) Samuel liest ihn zweimal.
Dann spielt er eine Runde. Er wählt die Welt Bibelhelden, zehn Fragen, kein Timer – im Solospiel drängt nichts. Als eine Lückentext-Frage kommt, füllt er die Lücke, und danach steht der ganze Vers da. Samuel liest ihn halblaut und schreibt die Stelle in sein kleines Heft; das macht er seit Jahren so.
Neben der Weltkachel füllt sich ein Ring: Wie viel von dieser Welt er schon durchdrungen hat. Ab achtzig Prozent gilt sie als gemeistert.
Nichts an Bibelino drängt. Kein Zeitdruck, keine Verluste – nur eine Viertelstunde, die ihm gehört.